Der Sprung in den Text - die Freude am Anfangen
Oft heißt es unter Schreibenden, der Anfang eines Textes sei das Wichtigste – und das Schwierigste. So ein Anfang soll alles können: Er soll mit den Figuren bekannt machen und mit einem Ort, er soll schon ein Thema anklingen lassen, oder erst mal geheimnisvoll bleiben, er soll eine Stimme hörbar werden lassen und Leserinnen und Leser neugierig machen und sie in den Text ziehen. Vielleicht können wir es etwas entspannter angehen lassen und sagen: Ein Anfang ist etwas Aufregendes, ein Schritt in ein noch unbetretenes Gebiet. Ein Versprechen,
manchmal eine Hoffnung. Auch uns Schreibenden soll der Anfang eines Textes ja in die Erzählung ziehen, mit dem Anfang setzen wir uns selbst einen Anfang. Manchmal entstehen Erzählungen oder Romane überhaupt nur, weil man einen Anfang geschrieben hat, eine kleine Skizze, von der man vielleicht noch gar nicht wusste, was daraus werden soll. Und manchmal wird aus einem Anfang später sogar einmal ein Ende, oder ein Mittelteil.
In unserer Klasse betrachten wir Ihre bereits entstandenen Anfänge und schauen, was sie für uns und für Sie bereithalten. Wenn genügend Zeit ist, können wir die Anfänge einiger Romane oder Erzählungen lesen. Und wir werden in Schreibaufgaben - natürlich - Anfänge schreiben.
Teilnahmebedingungen
Neugier, Experimentierfreude, Lust am Schreiben sowie an der Auseinandersetzung mit anderen Texten.
„EIN SCHRITT IN EIN NOCH
UNBETRETENES GEBIET“
Martina Hefter
1965 geboren in Pfronten im Allgäu; lebt und arbeitet als Autorin und Performancekünstlerin in Leipzig; verknüpft darstellende und textliche Verfahrensweisen; Mitglied des Leipziger Performancekollektivs Pik 7 2009/10 und 2011/12 Gastdozentin für literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut, Universität Leipzig 2017/18 Gastdozentin am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst, Wien.
Werke (Auswahl)
2024 Hey guten Morgen, wie geht es dir? 2021 In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen 2018 Es könnte auch schön werden. Gedichte und Sprechstücke 2016
Ungeheuer. Stücke/Gedichte 2010 Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch. Gedichte – Performative Arbeiten: 2017 Stellen Sie sich vor, Sie haben Hühner, wollen aber Rosen (Performance mit dem Kollektiv Pik 7) 2016 Wenn ich diesen Fuß hebe (mit Jana Rath, Tanzstück beim Festival „Tanz Schrittweise“ in Graz) 2015 Writing Ghosts (Performance-Installation im Rahmen von „Step-Text“ am LCB Berlin).
Preise (Auswahl)
2024 Deutscher Buchpreis; Großer Preis des Deutschen Literaturfonds; Prix Grand Continent; Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden 2018 Lyrikpreis München 2008 Lyrikpreis Meran 2006 London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2005 Förderpreis zum Lessingpreis des Freistaates Sachsen
Portraitfoto: © Maximilian Gödecke
Text aus: Hey guten Morgen, wie geht es dir?



