Bewerbungsschluss 21.4.21 »

Teilnahmevoraussetzungen:

Sehr gute Chorerfahrung, fundierte Kenntnisse im Vom-Blatt-Singen, die Fähigkeit, eine Stimme auch solistisch zu singen, Lust am Experiment.

Bewerbungsunterlagen:

Aussagekräftige Chorsänger-Vita.

2017 - Psalmen singen

Die poetische, ausdrucksstarke Sprache der Psalmen hat Komponisten seit Jahrhunderten bewegt. In ihren Vertonungen erschließen sie ein breites Spektrum an Stimmungen: von Lobpreis und Freude, über Reue und Zerknirschung bis hin zu Trauer, ja Verzweiflung. Der Raum für klangliche Ideen und ihre vokale Umsetzung scheint nahezu unendlich.

Die Meisterklasse Chor beschäftigt sich mit einer magischen Kombination aus den ursprünglichen, teils zärtlichen, teils abgründigen oder auch überschwänglichen Psalmworten und ihrer unter die Haut gehenden Interpretation in verschiedenen Stilrichtungen. Es beginnt mit Werken des Renaissance-Komponisten L. Luzzaschi, reicht über unbekannte Psalmvertonungen der Romantik bis hin zu S. D. Sandström. Die Chorsänger setzen sich mit kompositorischen Fragen auseinander und arbeiten intensiv an Homogenität, Klangschönheit, rhythmischer Präzision, Stilsicherheit und Bühnenpräsenz.

Zentrale Aufgabe in diesem Kunstsommer ist das Einstudieren einer Psalmvertonung des international gefragten dänischen Komponisten John Høybye. Høybye wird sich die ganze Woche in Irsee aufhalten. Seine sprühende Persönlichkeit erleben zu dürfen und seine ganz eigene, oft jazzig-moderne Chorsprache direkt vermittelt zu bekommen, verspricht eine spannende und bereichernde Erfahrung für alle. Darüber hinaus wird die Kooperation mit anderen Klassen des Kunstsommers angestrebt.

 

2014 - Das Hohelied der Liebe

Seit Jahrhunderten lassen sich Komponisten durch die poetisch intensiven, lyrisch leidenschaftlichen, bisweilen erotischen Verse des Hoheliedes zu unterschiedlichsten Vertonungen inspirieren. Die Interpretationsansätze und die Ideen zur vokalen Umsetzung sind dabei so bezaubernd einfach wie facettenreich und berührend. In der gemeinsamen intensiven Arbeit an völlig unterschiedlichen Chorwerken zu diesem Thema werden sich die Chorteilnehmer mit den kompositorischen Herangehensweisen auseinandersetzen und anspruchsvolle Werke von Mellnäs, Sandström, Komulainen, Bairstow und anderen sprechend, singend, spielend und schweigend zum Klingen bringen. Neben dieser themen- und partiturbezogenen Arbeit wird in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf Räume abseits des „normalen“ Übungsraums gelegt. Klanglich unerforschte Räume in und um Kloster Irsee sollen erkundet werden, um neue vokale Experimentierfelder für Einzelstimmen und Kleingruppen zu erobern. Die Sängerinnen und Sänger entwickeln eigene Ideen zur musikalischen Aneignung dieser Räume, sei es als Improvisation oder Kombination von Werkausschnitten. Angestrebt wird hierbei auch wieder die Kooperation mit einer anderen Klasse.

2013 - Verlockend fremd

Das einzigartig Reizvolle an der Klasse Chor des Schwäbischen Kunstsommers liegt im inspirierenden und befruchtenden Zusammenspiel mit anderen Künsten. Auch für erfahrene Sängerinnen und Sänger ist dies eine überaus verlockende Herausforderung. Die Chorklasse bietet nicht nur eine Plattform, die eigene Stimme aufgrund der verschiedenen Stilrichtungen in vielfältiger Weise einzubringen. Die Teilnehmenden lassen sich auch dazu „verlocken“, musikalisch, choreographisch und improvisatorisch Neues zu erproben, Experimente zu wagen, sich auf Fremdes einzulassen und noch nicht ausgetretene Wege zu beschreiten. Die Werke sind meist unbekannte, teils sehr anspruchsvolle Kostbarkeiten der Chorliteratur, in diesem Jahr unter anderem von Gavin Bryars oder Juhani Komulainen..

2012 - Vielfalt

Das vielfältige Programm der Chorklasse schlägt einen Bogen vom Gregorianischen Choral bis in die Gegenwart, hin zu Z. Randall Stroopes „Conversion of Saul“ oder Hans Schanderls „Meditationen“. Klangschönheit und rhythmische Präzision werden dabei ebenso geschult wie Bühnenpräsenz und Stilsicherheit.

Die Sängerinnen und Sänger haben das Glück, in Irsee dem renommierten belgischen Komponisten Kurt Bikkembergs persönlich zu begegnen und ein von ihm eigens für die diesjährige Sommerakademie komponiertes Werk einstudieren zu können. Kirche, Garten und Probenraum, Keller, Gänge und Säle, sogar die Sauna bieten Raum für spannende klangliche Experimente. Die Chorarbeit mit Literatur, Malerei, Skulptur und Tanz zu verknüpfen, wird dabei in Irsee ganz selbstverständlich. Die Chorteilnehmer werden Grenzüberschreitungen des Chorsingens wagen, sei es als Schauspieler, Instrumentalisten ihres Körpers oder als tönende Partner der Teilnehmer der Klasse für zeitgenössischen Tanz.

2011 - Helll – Dunkel

Wie spannend und zugleich berührend die musikalische Darstellung der Pole „hell – dunkel“ sein kann, erarbeiten die Teilnehmer der Chorklasse in diesem Jahr. Dabei stellt sich die Frage nach der Symbolhaftigkeit von Licht und Finsternis ebenso wie die nach der Möglichkeit des klanglichen, ja choreographischen Ausdrucks.
Die Chorsänger werden neben den Proben im gesamten Chor auch in kleinen Ensembles und Stimmgruppen an gemeinsamer Ausdruckskraft, stimmlicher Homogenität und Bühnenpräsenz arbeiten.
Die Stückauswahl umfasst zum großen Teil geistliche Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Stücke von Wolfram Buchenberg, aber auch Kompositionen
der Renaissance wie von Michelangelo Rossi.
Pure Lebensfreude – dies ist der zweite Schwerpunkt und das Thema für die „weltliche“ Performance in der Kunstnacht, die möglicherweise in Kooperation mit anderen Meisterklassen stattfinden kann.

2010 - Faszination Naturschauspiel

Lautmalerische Gestaltung von Naturgewalten in der Renaissance, Vertonung lyrischer Texte in der Romantik oder ganzer Körpereinsatz zur Darstellung von Regen und Gewitter in der zeitgenössischen Musik – auch in diesem Jahr beschränkt sich dieser Meisterkurs nicht auf die rein vokale Umsetzung chorischer Werke, sondern will sie ganzheitlich erlebbar werden lassen. Ein weiterer Schwerpunkt für das diesjährige Ensemble wird die Auseinandersetzung mit dem Thema »Original und Bearbeitung« sein. Auf dem Programm stehen Werke der Renaissance sowie Kompositionen unter anderem von Elgar, Whitacre, Hoybye. 

2009 - Songs of praise

Loblieder – Ausdruck von Freude, Dankbarkeit, Bewunderung, Anbetung. Lob auf Gott, auf die Natur, die Liebe, die Musik und vieles andere. Komponisten empfinden dies alles auf ihre je eigene Weise und bringen ihre »Hymnen« sehr individuell zum Klingen. Auf dem Programm stehen Loblieder verschiedener Richtungen von Whitacre, Nystedt, Bach und anderen. Cubanische Musik bildet den zweiten Schwerpunkt des diesjährigen Kurses. Vom lateinamerikanischen »Volkslied« bis zum höchstanspruchsvollen »Conga« von Guido López-Gavilán werden heiße Rhythmen gesungen, gesprochen, getanzt. 

2008 - Raum-Klang

Der akustische Raum »Kirche« ist seit jeher Inspiration für Komponisten aller Musikepochen. Inhaltlich wie auch klanglich bildet dieser Ort mit seinen vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten die Grundlage vieler Werke. Das diesjährige Ziel des Meisterkurses Chor ist es, die Symbiose von Raum und Komposition zu beleuchten. Beginnend mit der einstimmigen Musik des Mittelalters über die venezianische Mehrchörigkeit bis hin zu Versuchen im Obertonsingen sowie Klangflächen oder Geräuscherzeugung im 20. Jahrhundert werden dabei verschiedenste Stilrichtungen gestreift. Der dazu im einzelnen erforderliche Gebrauch der Stimme – Jazz und schlichtes Volkslied miteinbezogen – wird die Herausforderung aber auch der Reiz für die diesjährigen Sänger sein.

2007 - Die alte Kraft des Neuen – die neue Kraft des Alten

Der Meisterkurs Chor erarbeitet in diesem Jahr zwei völlig unterschiedliche Bereiche der Chorliteratur. Zum einen wird der Chorsänger durch die vokale Umsetzung typischer Tanzrhythmen aus Lateinamerika und Skandinavien mithilfe von Geräuschen und vollem Körpereinsatz nicht nur zum Interpreten, sondern auch zum »Tänzer« seiner Musik, zum anderen werden unterschied-liche Figuren des Alten Testaments in Vertonungen zeitgenössischer Komponisten wie Eric Whitacre, Pekka Kostiainen oder Wolfram Buchenberg (Uraufführung) zu neuem Leben erweckt. 

2006 - Kompositionen klingend und sichtbar gemacht

In diesem Meisterkurs wird anspruchsvolle Chorliteratur v.a. des 20. Jahrhunderts erarbeitet, die sich durch die persönlichen sowie körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten jedes Sängers von Minute zu Minute neu gestalten kann. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Notentext soll in kreativer Zusammenarbeit die Aussage der Chorwerke erfasst und für den Hörer nachvollziehbar gemacht werden. Dieser Kurs führt von der „Unfreiheit“ des Sängers, der den Noten verpflichtet ist, hin zu improvisatorischen, ja schauspielerischen Möglichkeiten, die alte Muster in neuem Kontext erlebbar werden lassen.

Tanja Wawra

1974 geboren in Marktoberdorf; Pädagogische Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater München, derzeit Musiklehrerin am Gymnasium Markt Indersdorf; Meisterklassenabschluss im Fach Chordirigieren bei Prof. Michael Gläser; Kurse u.a. bei Michael Procter, Sven David Sandström, Kaspars Putninsh, Robert Sund, Jaakko Mäntyjärvi, Anders Eby 2003 aktive Teilnehmerin beim Chordirigierforum des Bayerischen Rundfunks 2005 Gastdirigentin beim festlichen Sommer in der Wies; Leitung von Fortbildungen im Bereich der Chormusik; Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Philharmonie, den Münchner Symphonikern, dem Bach-Chor München u.a. 2012 Gastdirigentin bei „Incanto corale“ Ingolstadt 1998 – 2010 Leiterin des BelCanto-Kammerchors München 2006 – 2008 Professorin für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Theater München sowie Leiterin des Madrigalchors der Hochschule seit 2008 regelmäßig Einstudierungen mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks 2011 Gründung des Vokalensembles „Canzone11“; Konzertreisen nach Polen und Finnland 2013 Leitung von Carl Orffs Carmina Burana im Rahmen der „Singenden Stadt“ Kaufbeuren. – Teilnahme an internationalen Kursen im Bereich Chordirigieren und Chorliteratur; Leitung von Fortbildungen und Workshops sowie Jurorin beim Bayerischen Sängerbund; derzeit Musiklehrerin am Gymnasium Markt Indersdorf.

Mehr über Tanja Wawra unter www.canzone11.de