Bewerbungsschluss 21.4.21 »

Bewerbungsunterlagen

Aussagekräftige Chorsänger-Vita.

2019 - Wer bin ich?

Chormusik aus den USA

 

Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen musikalisch für Swing, Jazz, Musical, Rock und Pop, kaum jedoch für Chormusik. Dass die USA in diesem Genre Großartiges zu bieten haben, möchte die Meisterklasse Chor herausarbeiten.

Im Mittelpunkt steht die von Randall Svane (* 1955) komponierte Motette „Wer bin ich?“ nach einem Text von Dietrich Bonhoeffer, die der Kunstsommerchor während der Kunst-Sommernacht in der Irseer Klosterkirche uraufführen wird. Das 11-minütige Werk setzt sich auf expressive Weise mit der Frage nach dem eigenen Ich auseinander, der Suche nach der eigenen Persönlichkeit und dem (Ver-)Zweifeln daran. „Sagt der junge Mensch, ich bin mehr, als ich scheine, so sagt der Erwachsene: Ich scheine mehr, als ich bin. Ich scheine stärker, gelassener und unangreifbarer zu sein, als ich wirklich bin“ (Dorothee Sölle). Als Zeitzeuge der Terroranschläge von 9/11 hat Svane selbst eine solche Erfahrung durchlebt. Er wird bei der Uraufführung seines Werks anwesend sein.

Des weiteren stehen auf dem Programm: Acapella-Werke von William Billing (1746–1800) und Aaron Copland (1900–1990) sowie Randall Thompsons (1899–1984) im anglo-amerikanischen Raum äußerst beliebtes „Alleluia“. Copland wurde als Sohn litauischer Einwanderer und als Schüler der französischen Komponistin und Musiktheoretikerin Nadia Boulanger zu einem der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Moderne. Thompsons „Alleluia“ nimmt den nachdenklichen Tonfall von Svanes Motette auf, orientiert sich am Kontrapunkt Palestrinas und Stilelementen des 20. Jahrhunderts. Mit 87 Takten und den Wörtern „Alleluia“ und „Amen“ schuf Thompson eines der weltweit am häufigsten aufgeführten Vokalstücke.

2018 - Madrigale des 16. Jahrhunderts

Viele der kostbaren Kleinode unter den Madrigalen des 16. Jahrhunderts sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Ursprünglich bezog sich der Begriff „Madrigal“ auf eine beliebte, formal freie und meist einstrophige Lyrik pastoralen Charakters. Erst die Vertonung machte das Madrigal zu einer musikalischen Gattungsbezeichnung. Seine Blütezeit erlebte die Form zwischen 1530 und der Jahrhundertwende. An den Fürstenhöfen und in den Akademien der italienischen Stadtrepubliken entwickelte sich die Gattung in reicher stilistischer Vielfalt; Laien und Berufsmusiker pflegten sie gleichermaßen. Außer bei größeren, meist geistlichen Anlässen war in der Regel jede Stimme einfach besetzt.

Das Madrigal verbreitete sich in seiner Frühzeit von Florenz ausgehend; Vierstimmigkeit und die Betonung der Oberstimme charakterisierten es. Zwischen 1540 und 1560 eroberte es mit Adrian Willaert und seinen Schülern Venedig. Daneben profilierten Komponisten wie Orlando di Lasso die Gattung in München und Palestrina in Rom. Gerade in der elisabethanischen Ära war sie auch in England höchst beliebt. In Deutschland dagegen entwickelte sich unter Hans-Leo Hassler und Leonhard Lechner eine eigenständige Ausprägung der Gattung, ebenso in Frankreich, wo die nationale Tradition des Chansons erhalten blieb. – Wir wollen in unterschiedlicher Herangehensweise diese grandiose Musik in Europa erforschen.

2016 - Ökumenische Suite

„Kein Weltfriede ohne Religionsfriede. Kein Religionsfriede ohne Religionsdialog.“ Dieser Leitsatz des Tübinger Weltethos-Instituts könnte auch der Ökumenischen Suite des 1982 in Sao Paulo geborenen Komponisten und Musikwissenschaftlers Prof. Jean Goldenbaum vorangestellt sein.

Im Untertitel heißt die Ökumenische Suite tatsächlich „Im Namen des Friedens, der Freiheit und der Toleranz“ und verweist damit auf das Thema des Stücks. Goldenbaum setzt sich mit unserer von Krieg und Unruhen geprägten Zeit auseinander. Die fünf Sätze der Komposition widmen sich Christentum (lateinisch), Judentum (hebräisch), Islam (arabisch), Hinduismus (sanskrit) und Buddhismus (altjapanisch); sie vertonen jeweils ein Gebet dieser Weltreligionen.

Goldenbaums circa 20-minütige Suite steht im Zentrum der Meisterklasse. Darüber hinaus werden Motetten von Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach einstudiert.

 

 

2015 - Licht Ausdruck der Seele

„Das wahre Licht ist das Licht, das aus dem Innern der menschlichen Seele hervorbricht, das den anderen ihr Geheimnis offenbart und sie glücklich macht, so dass sie singen im Namen des Geistes“, schreibt der Poet und Philosoph Khalil Gibran (1883–1931). Unabhängig von dieser Transzendenzerfahrung ist Licht für den Menschen bedeutsam, weil es eine elementare Voraussetzung jeglichen Lebens bildet. Das von der UNO für 2015 ausgerufene „Internationale Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien“ gibt den thematischen Impuls für die diesjährige Chorklasse.

Die Vorstellung der Licht verströmenden Seele erwies sich für viele Komponisten der Musikgeschichte als reiche Inspirationsquelle. Der Chor beschäftigt sich mit den jeweils unterschiedlichen Herangehensweisen und studiert anspruchsvolle Motetten ein, unter anderem von Jacques Berthier, Clemens non Papa, Johannes Brahms und Harald Feller. Darüber hinaus erwartet das Ensemble die überaus reizvolle Aufgabe einer Uraufführung: Der junge Komponist Stefan Johannes Hanke erhielt den Auftrag, für den 28. Schwäbischen Kunstsommer ein Werk zum Thema „Licht“ zu schaffen.

  

Teilnahmebedingungen

Sehr gute Chorerfahrung, fundierte Kenntnisse im Vom-Blatt-Singen, die Fähigkeit, eine Stimme auch solistisch zu singen, Lust am Experiment.

  

Philipp Amelung

1983 bis 1987 Ausbildung in Gesang- und Sprecherziehung im Tölzer Knabenchor 1994 bis 1998 Studium Gesang bei Peter Petrov an der Hochschule für Musik und Theater in München 1996 bis 2003 Studium Chordirigieren bei Prof. Michael Gläser und Orchesterdirigieren bei Prof. Herrmann Michael und Prof. Bruno Weil; Teilnahme an Dirigierkursen, unter anderem bei der Internationalen Bachakademie Stuttgart unter Helmuth Rilling 2001 kommissarischer Chorleiter des Münchener Bach-Chores 2002 Assistent Conductor von Bruno Weil, Carmel Bach Festival in Californien 2005 Leiter der Schola Cantorum Leipzig mit Konzertreisen nach Spanien, Polen, Frankreich, Italien, in die Slowakei und die USA 2006 bis 2011 Leiter des Leipziger Vocalensembles seit 2011 Universitätsmusikdirektor der Universität Tübingen.

 

Mehr über Philipp Amelung unter www.philipp-amelung.de