Bewerbungsschluss 20.4.20 »

Bewerbungsunterlagen

Einzureichen sind vier bis acht eigene Gedichte und eine Kurzvita.

Jetzt bewerben

Um die Dinge ganz zu lassen

„Der Dichter soll sich auf die Suche nach einer punktuellen Wahrheit begeben. Einer Wahrheit, die das besingt, was den Menschen mit seinen Mitmenschen verbindet, aber auch das nicht leugnet, was ihn einzigartig macht und unwiederholbar“, bemerkte der italienische Nobelpreisträger Eugenio Montale. Gedichte erkennen den unauflösbaren Zustand zwischen Mensch und Mitmensch nicht nur an, sondern wandeln ihn zu ihrem ureigenen Freiraum. In der Werkstatt wollen wir uns diesem Raum behutsam nähern, uns fragen, was ihn erschaffen kann, was Platz hat in ihm und was ihn zum Verschwinden bringt. Dabei werden wir über Konzepte wie das „Subjektive“ und das „Objektive“ nachdenken, wie man Pathos auf die Spur kommt und worin die Anziehung von sprachlichen Bildern liegt. Eine Hilfe werden uns die Dinge selbst sein, d.h. der unmittelbare Alltag und auf welche Weise ebenjene Dinge im Gedicht mehr bedeuten können, als das, was sie im ersten Moment zu benennen scheinen. Auch die „vorsprachliche“ Zeit des Gedichts wollen wir betrachten, wie uns nicht-wertende Achtsamkeit als Inspiration helfen kann. So schaffen wir uns Tag für Tag hoffentlich einen Raum, der mehr umfasst, als das unmittelbar Gesagte. Bis zu vier Gedichte können in die Werkstatt mitgebracht werden. – Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf begrenzt.

 

Teilnahmebedingungen

Zur Vorstellung ein Lieblingsgedicht fremder Hand; Liebe zur Sprache; Offenheit und die Bereitschaft, fremden Texten ebenso Aufmerksamkeit zu schenken wie den eigenen.

„wie man pathos auf die spur kommt“

Thilo Krause

1977 in Dresden geboren; Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Dresden und London; Promotion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich; danach langjährige Tätigkeit in der Forschung; lebt mit seiner Familie in Zürich.

 

Werke (Auswahl)

2018 Was wir reden, wenn es gewittert 2015 Um die Dinge ganz zu lassen 2012 Und das ist alles genug.

 

Preise (Auswahl)

2019 Peter-Huchel-Preis 2016 Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg; ZKB Schillerpreis 2012 Schweizer Literaturpreis 2010 Irseer Pegasus.

 

Mehr über Thilo Krause unter thilokrause.ch

 

Porträtfoto: Dirk Skiba