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Einzureichen sind bis zu acht eigene Gedichte und eine Kurzvita.

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Lyrikwerkstatt

Die gläserne Küste

Gedichte entstehen nicht durch Zauberhand, und die Rolle von Inspiration und Inspiriertheit beim Schreiben ist eine sehr fragliche. Wie also und wann entsteht ein Gedicht? Woraus ist es gemacht? Es gibt zahlreiche Antworten auf diese grundlegenden Fragen, mit denen sich jeder, der dichtet, immer wieder aufs Neue auseinandersetzt. Die gläserne Küste ist der Horizont des gelungenen Verses, ein inneres Projektionsbild in der Ferne, und der Weg dorthin ist riskant, denn es lauern in Wellen und unter der Oberfläche Klischees, Manierismen, stilistische Ungetüme und Plagiate. Doch es gilt, festzuhalten an John Keats’ Credo: „Was schöpferisch ist, muss sich selbst erschaffen“, denn „die Poesie der Erde ist nie tot“.

In der Lyrikwerkstatt wollen wir den Bausteinen, Möglichkeiten, Grenzen und Wurzeln zeitgenössischer Gedichte auf den Grund gehen. Dazu bedarf es keiner Vorkenntnisse, jedoch der Liebe zur Sprachmusik und Vorstellungskraft. Wir lesen Gedichte von Dichterinnen und Dichtern, darunter Emily Dickinson, Georg Trakl und Thomas Kling, wir beschäftigen uns mit unterschiedlichen Vortragsweisen, so der von Ingeborg Bachmann, Ghérasim Luca und Christian Saalberg, und wir besprechen im Kreis eigene poetische Arbeitsproben; schließlich fertigt jeder ein Gedicht an, das auf das Kennengelernte zurückgreift. Während der Vormittag für Vorträge, Diskussionen und das gemeinsame Besprechen mitgebrachter Gedichte reserviert ist, steht der Nachmittag für Schreibübungen und freies Schreiben zur Verfügung. Möglich sein sollen jedoch auch spontane poetische Zusammenkünfte. Bis zu vier Gedichte können zur Werkstatt mitgebracht werden. – Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf begrenzt.

  

Teilnahmebedingungen

Ein Lieblingsgedicht fremder Hand, mit dem man sich vorstellt; Liebe zum Schreiben und Spiel mit poetischen Formen; Bereitschaft, sich auf eine Werkstatt einzulassen

„Jeder, der dichtet“

Mirko Bonné

1965 geboren in Tegernsee, lebt als freier Schriftsteller (Lyrik, Erzählungen, Hörspiele, Reisejournale und anderes) und Übersetzer in Hamburg; Übersetzungen u.a. von Sherwood Anderson, Robert Creeley, E.E. Cummings, Emily Dickinson, Henry James, Robert Louis Stevenson, William Butler Yeats seit 2012 poetischer Blog „Das Gras“: mirko-bonne.de/das-gras 2014 Trakl und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal (Anthologie, gemeinsam mit Tom Schulz herausgegeben zu Georg Trakls 100. Todestag) 2019 gemeinsam mit Christoph Buchwald Herausgeber des Jahrbuchs der Lyrik.

 

Werke (Auswahl)

2018 John Keats: Endymion. Eine poetische Romanze (Übersetzung) 2018 Wimpern und Asche. Gedichte 2017 Lichter als der Tag (Roman) 2017 Die Widerspenstigkeit. Ein Märchen 2013 Nie mehr Nacht (Roman) 2009 Wie wir verschwinden (Roman) – alle drei Romane nominiert für den Deutschen Buchpreis.

 

Preise (Auswahl) 

2014 Rainer Malkowski-Preis 2010 Marie Luise Kaschnitz-Preis 2008 Prix Relay 2002 Ernst Willner-Preis.

 

Mehr über Mirko Bonné unter www.mirko-bonne.de

Porträtfoto: © Benno Romik