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Ein Sonntag in Ruhe und Inspiration

31.07.2016 21:19 Uhr,

Daniela Seel beim Signieren

Der erste Arbeitstag des Kunstsommers fällt immer auf einen Sonntag. Obwohl dieser Tag des Ausruhens in Irsee immer den Auftakt des schöpferischen Arbeitens bedeutet, war beim Gang durch die Flure in diesem Jahr die Ruhe besonders auffällig. Der Blick in die Meisterklassen offenbarte allenthalben die Konzentration auf den eigenen künstlerischen Gegenstand. In den Räumen der bildenden Künste sind schon erste Ergebnisse greifbar.

 

Um Einblick in die "Werkstatt" der Künstler zu bekommen, stehen täglich ein Mittagsgespräch und eine Abendwerkstatt auf dem Programm. Heute Mittag allerdings gab es eine Führung durchs Kloster. Die erste Abendwerkstatt leitete Daniela Seel. Sie las noch unveröffentlichte Gedichte und aus ihrem aktuellen Band "was weisst du schon von prärie".

     

Über ihr Vorgehen beim Schreiben sagt Daniela Seel in einem Interview mit Kristoffer Cornils (fixpoetry, 2013): "Ich sammle Notizen. In einem Heft, einer Datei oder mehreren, im Smartphone. Das können Wortfügungen sein, Begriffe, Zitate, eigene Schnipsel oder auch Namen, Websites, Lektüren, Veranstaltungen, Dinge, die ich noch recherchieren will oder recherchiert habe. Viele Fragmente. Auch Variationen, grammatische, rhythmische, lautliche Varianten bestimmter Fügungen und Folgen. Ich vertraue in gewisser Weise darauf, dass sich in diesem Material abzeichnet, was mich gerade umtreibt. Eben weil es das ist, was ich in einem bestimmten Zeitraum wichtig genug gefunden habe, um es zu notieren. Als würde mich eine Frage umtreiben, aber ich weiß noch nicht, welche, ein noch nicht näher zu bezeichnender Konflikt, und das zu schreibende Gedicht reagiert darauf, erfindet einen fruchtbaren Umgang damit. Wie aus diesen Archiven dann konkrete Texte entstehen, ist mir immer wieder kaum erklärlich. Es ist schwer und oft langwierig, die passenden Teile und ihre Ordnung zu finden. Ihre Schwebe. Denn es soll (Un-)Gleichzeitigkeit geben, (Gegen-)Bewegung, Zu- und Widerreden. Auch auf der prosodischen Ebene. Elastische Fährten, die von den Ohren aus expandieren. Schmirgeln, Schlürfen, Knarzen und Quietschen. Fluide Syntax. Plastizität. Und Lücken. Unwuchten, wo Erosion sichtbar wird."


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