|
Freuen sie sich auf den 23. Schwäbischen Kunstsommer vom 31. Juli bis 8. August 2010.
Der Meisterkurs fokussiert die Verbindung von Konzept, Farbe und Form. Und er sucht nach künstlerischen Antworten auf die elementare Frage: Was ist ein Bild? Am Beginn jeder Malerei steht zunächst ein abstraktes Konzept, das sich dann erst der konkreten Gestalt öffnet. Es geht um die Frage, wie sich im Prozess des künstlerischen Schaffens diese fundamentalen Prinzipien aller Malerei verbinden.
In Bewegungen drückt der Mensch sein Unbewusstes aus. Das zeigt sich besonders deutlich im modernen Tanz. Wir gehen der Figur nach, mit allen malerischen und zeichnerischen Mitteln. Als bildender Künstler hat man jede Möglichkeit und Freiheit, (Ver)formung und Überhöhung als gestalterische Mittel zu nutzen. Dabei kann die Darstellung der Figur zur Abstraktion, zum Zeichen werden.
Der Meisterkurs führt in neue Drucktechniken ein: unter anderem Collographie (Materialdruck), Transferlithographie, chine collée (Collagetechnik). Zum Einsatz kommen verschiedene Druckträger: Papier, Stoffe, Plastik, Karton, Laser- oder Tintenstrahlausdrucke. Papierarbeiten können auf Keilrahmen aufgezogen werden. Collagieren, Übermalen, Aufziehen auf Plexiglas. Es entstehen Unikatdrucke.
Die Bildgeschichte ist mit ihrer Kombination aus Wort und Bild eine eigenständige Kunstgattung. Egal, ob als künstlerisch unterschätzter Comic oder gefeierte Graphic Novel: Der Meisterkurs will die Freude am Erzählen in Bildern in den Vordergrund stellen. Jeder Strich, jeder Stil ist geeignet, eine eigene Welt zu erschaffen. Es besteht die Möglichkeit zur Einführung in die Schabkartontechnik.
Fotografie heißt »Zeichnen mit Licht«. – Welche Möglichkeiten bietet mir diese Form des Zeichnens? Wie sieht Licht aus? Wie kann ich Licht benutzen? Und wie zeichne ich mit Licht ein Bild? Die Architektur des Klosters Irsee soll dargestellt werden – dokumentarisch oder in subjektiv interpretativer Art, als Gesamtheit oder im Detail. Diesem Weg zu Grunde liegt die Bewusstwerdung der eigenen Wahrnehmung, denn »wir sehen nur, was wir wissen«.
Der Meisterkurs soll als »doppelte Werkstatt« durchgeführt werden: Am Morgen steht die Arbeit an und das Gespräch über mitgebrachte Texte im Mittelpunkt, am Nachmittag das Schreiben nach festen Regelvorgaben (etwa OULIPO), um Anagrammgedichte, Palindrome, Lipogramme, Vokalisen oder Sestinen zu produzieren. Dies auch, um zu prüfen, ob das dann noch »unsere« Gedichte sind oder ob die Regel hier zur Dichterin geworden ist.
Das Schreiben fängt vor dem Schreiben an. Der Weg vom Ideenkeim zum fertigen Text ist lang. Kann über alles literarisch erzählt werden? Was ist überhaupt ein literarischer Stoff, der für eine Kurzgeschichte, eine Erzählung, einen Roman taugt? Wie stellt man Spannung her? Das große Gesetz der Leerstellen; der Autor als der Korrektor seiner selbst. In diesem Meisterkurs wollen wir anhand von eigenen Texten diesen und anderen handwerklichen und kompositorischen Fragen nachgehen.
Lautmalerische Gestaltung von Naturgewalten in der Renaissance, Vertonung lyrischer Texte in der Romantik oder ganzer Körpereinsatz zur Darstellung von Regen und Gewitter in der zeitgenössischen Musik (u.a. Elgar, Whitacre, Hoybye) – dieser Meisterkurs will die vokale Umsetzung chorischer Werke ganzheitlich erlebbar werden lassen. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema »Original und Bearbeitung« sein.
Der Meisterkurs will sowohl technische Aspekte des Zeitgenössischen Tanzes als auch kreative Prozesse in der Entwicklung von Bühnenwerken näher bringen. Themenstellungen sind Raum, Zeit, Rhythmus, Dynamik, Emotionen, Umgang mit Requisiten und Musik. Die Arbeit an konkreten Repertoirebeispielen und neu entstandenen Tanzsequenzen steht neben der obligatorischen Technikklasse im Vordergrund.
|