Bewerbungsschluss 21.4.21 »

 

Bewerbungsunterlagen

Zehn Fotos von Skizzen und gemalten Bildern; bisheriger
künstlerischer Werdegang in Stichpunkten, kurze
Beschreibung des eigenen künstlerischen Arbeitens und
der Erwartungen an die Klasse.

 

Die Zahl der Teilnehmer ist auf 10 Personen begrenzt.

2015 -Illustration eines anrüchigen Gebäudes

Die Idylle des Marktes Irsee mit seinem barocken Kloster hat wenig von den soziologisch definierten Nicht-Orten, die gemeinhin als Wiege des Graffiti gelten. Obwohl Brückenpfeiler und U-Bahnstationen fehlen – kompensiert die Gemeinde den ‚Mangel‘ aufs Beste: Mit ihrer Kläranlage stellt sie dem Kunstsommer einen Klassiker fensterloser Funktionsarchitektur zur Verfügung.

Von Osten her kommend befindet sich die Anlage direkt an der Hauptstraße, kurz vor dem Ortseingang. Gesäumt von Wald stehen auf einer Wiese unter anderem zwei Flachbauten. Ihnen soll mit den verschiedensten Graffiti-Techniken ein schmuckes Äußeres verliehen werden. Die Thematik von „Zyklen“ spielt dabei eine wichtige Rolle. Zuerst klären wir, welche Oberflächen bemalt werden; dann wird der Beitrag jedes einzelnen Teilnehmers als ein Stück der Gesamtkomposition erarbeitet. Neben dem Klärwerk bieten die Wiese und der umgebende Zaun Platz für mobile Bildträger, die wir auf dem nahe gelegenen Wertstoffhof suchen und wetterfest bemalen werden. Der Nicht-Ort Kläranlage wird für lange Zeit zu einem echten Hingucker – und einer markanten Visitenkarte der Schwabenakademie.

 

2014 - Kreisläufe

Irsee mit seinem Kloster aus der Barockzeit hat wenig mit den soziologisch definierten „Nicht-Orten“ (Marc Augé) gemeinsam, die als Wiege der Graffiti-Kunst gelten. Aber der Mangel an Brückenpfeilern und U-Bahnstationen wird durch einen Klassiker der Funktionsarchitektur kompensiert: die Kläranlage. Unmittelbar vor dem Ortseingang nahe bei einer Kuhweide an der Hauptstraße gelegen, bietet sie Wandflächen, die sich bestens für Graffiti eignen und von der Marktgemeinde Irsee für den Schwäbischen Kunstsommer zur Verfügung gestellt werden. Mit verschiedenen urban art-Techniken, sei es malerisch oder grafisch, erarbeitet jeder Teilnehmer einen Bereich der Gesamtkomposition. Dabei werden „Kreisläufe“ eine thematisch wichtige Rolle spielen. Mit dieser Gruppenarbeit geben die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler ihre Visitenkarte in Irsee ab und prägen für viele Jahre das Erscheinungsbild des Ortes. Es gilt, den Nicht-Ort Kläranlage in einen künstlerisch ansprechenden Hingucker zu verwandeln.

  

2013 - Graffiti Vergänglichkeit

Während klassische Ateliers und Galerien ein ungestörtes künstlerisches Schaffen ermöglichen, erfordert die Arbeit im öffentlichen Raum eine Reduktion der Hilfsmittel und zugleich höchste Aufmerksamkeit gegenüber diesem Umfeld. Die Werke sind hier 24 Stunden an 365 Tagen allen erdenklichen Einflüssen und damit der Vergänglichkeit ausgesetzt. Ein vom Publikum und seinen Kommentaren unbehelligter Arbeitsablauf ist nur selten möglich. Der Lohn der Mühen indes, ist ein Medium, das ein unüberschaubar großes Publikum erreicht.

In der Klasse „Vergänglichkeit“ werden die verschiedensten Techniken vorgestellt und geübt, mit denen die Teilnehmenden allein oder in Teams die Architektur von öffentlichen Gebäuden der Marktgemeinde Irsee malerisch und graphisch gestalten.

  

Teilnahmebedingungen

Gute Vorkenntnis im Zeichnen und Malen. – Die Klasse richtet sich nicht nur an Graffiti-Künstler, sondern auch an Maler und Zeichner, die sich in einem neuen Medium erproben möchten.

     

Loomit

1968 geboren in Celle 1983 illegale Bemalung des Wasserturms von Buchloe 1984–1987 illegale Bemalung von S-Bahnen in München, mehrere Gerichtsverfahren, die mit Verurteilungen zu Sozialarbeit und Vergleichen enden seit 1984 Arbeit unter dem Pseudonym Loomit seit 1986 Künstlerreisen durch Europa, Australien, Nord- und Südamerika, auf denen großflächige Graffitis entstehen, eines von ihnen geht in das Guinness-Buch der Rekorde ein; Teilnahme an internationalen Ausstellungen 1993 Bemalung des Badezimmers des Münchner Oberbürgermeisters Christan Ude 1995 Ausbildung zum Tätowierer durch Altmeister Seen in der Bronx (New York) 1996 erste Einzelausstellung in Darmstadt 1998 Mitarbeit an einem Bild am Fußballstadion von Nantes anlässlich der Fußball-WM 2001 gemeinsam mit Os Gemeos (Sao Paulo), Daim, Codeak und Tasek Bemalung des Mural Global in Sao Paulo (450 qm) Schwabinger Kunstpreis 2005 im Auftrag von Red Bull Gestaltung des Salzburger Fußball- und Eishockeystadions 2006 in Rio de Janeiro Beteiligung an einer der ersten legalen Bemalungen von Zügen 2007 Teilnahme an der Fabulous Desorders-Ausstellung in Rio de Janeiro 2009 erste Künstlerreise nach China 2010 Teilnahme am Rahmenprogramm des Deutschlandtages auf der Expo Shanghai; lebt und arbeitet in München.

 

Mehr über Loomit unter www.loomit.de