Bewerbungsschluss 19.4.19 »

Bewerbungsunterlagen:

Es sollten bis zu zehn Gedichte eingereicht werden, wobei der Lyrikbegriff hier sehr weit gefasst ist und Prosagedichte oder rhythmisierte Kurzprosa durchaus mit einschließt. Außer einer prinzipiellen Offenheit und der Bereitschaft, sich auf eine Werkstattsituation einzulassen, sind keinerlei Vorkenntnisse oder -erfahrungen vonnöten.

2015 - Lyrik- und Übersetzungswerkstatt

„Übersetzen ist so gut dichten, als eigene Werke zustande bringen“, schreibt Novalis an August Wilhelm Schlegel – und gemäß dieser Vorgabe soll sich die Lyrikwerkstatt 2015 mit beidem, dem eigenen und dem fremden Gedicht beschäftigen. Während wir am Morgen mit den mitgebrachten Gedichten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen arbeiten wollen, geht es an den Nachmittagen um das lyrische Übersetzen. Es sind hierbei keine fremdsprachlichen Vorkenntnisse erforderlich, da wir aus erfundenen und verschwundenen Sprachen (z.B. Else Lasker-Schülers „mystischem Asiatisch“) übersetzen; aus Sprachen, die keiner der Teilnehmer spricht (Albanisch? Finnisch?); oder aber vom Deutschen ins Deutsche (die Teilnehmer übersetzen sich gegenseitig) und vieles andere mehr. Außerdem sollte genug Zeit sein, um auf spezielle Wünsche einzugehen.

 

2010 - Doppelte Literaturwerkstatt

Der Meisterkurs soll als »doppelte Werkstatt« durchgeführt werden: Während am Morgen die Arbeit an und das Gespräch über bereits geschriebene, also mitgebrachte Texte der Teilnehmer im Mittelpunkt steht, wollen wir am Nachmittag versuchen, in der Tradition etwa der Pariser Werkstatt für potentielle Literatur (OULIPO) nach festen Regelvorgaben zu schreiben, um so Anagrammgedichte, Palindrome, Lipogramme, Vokalisen oder Sestinen zu produzieren. Dies auch, um zu prüfen, ob das dann noch »unsere« Gedichte sind oder ob die Regel hier zur Dichterin geworden ist. Ob man diesen Gedichten noch Sinn und Inhalt zusprechen möchte. Und was das für unser Verständnis von Sinn und Inhalt bedeutet.

Dieses Konzept möge als Vorschlag verstanden werden. Viel wird von den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer abhängen – und nicht zuletzt davon, wie weit sie mit ihrem Schreiben schon gekommen sind. Wir werden alle Möglichkeiten und genügend Zeit haben, darauf entsprechend zu reagieren.

Ulf Stolterfoht

Geboren 1963 in Stuttgart | studierte nach Abitur und Zivildienst Allgemeine Sprachwissenschaft und Germanistik in Bochum und Tübingen | lebt seit 1994 in Berlin | seit 2000 freier Schriftsteller | 2008/09 zwei Semester Gastprofessor für Lyrik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig | 2009 Poetikdozentur an der Universität Hildesheim | verheiratet, drei Kinder.

Gedichtbände

fachsprachen I–IX, Urs Engeler Editor: Basel 1998 | fachsprachen X–XVIII, Urs Engeler Editor: Basel 2002 | fachsprachen XIX–XXVII, Urs Engeler Editor: Basel 2004 | traktat vom widergang, Verlag Peter Engstler: Ostheim / Rhön 2005 | holzrauch über heslach, Urs Engeler Editor: Basel 2007 | fachsprachen XXVIII–XXXVI, Urs Engeler Editor: Basel 2009 | das nomentano-manifest, Verlag Peter Engstler: Ostheim / Rhön 2009.

Herausgeberschaften

ZWISCHEN DEN ZEILEN Nr. 21: Elf Widerstandsnester, Urs Engeler: Basel 2003 | Jahrbuch der Lyrik 2008 (gemeinsam mit Christoph Buchwald), S. Fischer: Frankfurt a.M. 2008 | Ulf Stolterfoht und der Lyrikkurs des Literaturinstituts Leipzig präsentieren: Cowboylyrik, Urs Engeler: roughbook 003, Basel 2009.

Hörstücke

kritische wälder, ORF: Literatur als Radiokunst, 2006 | stimmen aus dem bücherschrank. Eine Poetologie in Bruchstücken, SWR 2008 | das deutsche dichterabzeichen, SWR 2009.

Auszeichnungen (Auswahl)

2001 Christine-Lavant-Lyrikpreis 2003 Ernst-Meister-Förderpreis 2005 Anna-Seghers-Preis 2006 Alfred-Gruber-Preis beim Lyrikpreis Meran 2007 Stipendium Villa Massimo Rom 2008 Peter-Huchel-Preis 2009 Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung (gem. mit Barbara Köhler) 2010 Stadtschreiber Bahía Blanca / Argentinien 2011 Heimrad-Bäcker-Preis; Waldschreiber Feistritzwald 2013 Writer in Residence Utrecht 2014 Villa Serpentara Olevano Romano.

 

Veröffentlichungen zuletzt

2014 was branko sagt; Ostheim/Rhön: Verlag Peter Engstler 2015 neu-jerusalem; Berlin: kookbooks.

 

Mehr über Ulf Stolterfoht unter http://www.engeler.de/stolterfoht.html