Bewerbungsschluss 19.4.19 »

Bewerbungsunterlagen:

Text- oder Bildvorlage mit der im Kurs gearbeitet werden soll; maximal zehn Kopien oder Fotos von eigenen Arbeiten; kurze Vita und Beschreibung der an den Kurs gerichteten Erwartungen.

2014 - Unsichtbares in Bildern erzählen

Die Herausforderung dieser Meisterklasse besteht darin, Unsichtbares in Bildern sichtbar zu machen. Bilder können erzählen über längst verschwunden Geglaubtes, vor den Augen der anderen Verstecktes oder über „Geister“ – ein Thema, das Künstler durch die Epochen hindurch elektrisiert hat. Darüber hinaus können seltsame und unerhörte Ereignisse, wie sie in Novellen zu finden sind, in Bildern und Zeichnungen umgesetzt werden. Goethe hat die Fähigkeit, Verborgenes zu sehen und zu zeigen, dem Künstler zugeschrieben: „Die Künstler sind wie Sonntagskinder; nur sie sehen Gespenster. Wenn sie aber ihre Erscheinung erzählt haben, so sieht sie jedermann.“ In dieser Meisterklasse wird es nicht darum gehen, Meisterzeichnungen anzufertigen. Im Zentrum stehen die Freude am Erzählen in Bildern und die Lust an der künstlerischen Freiheit. Ziel ist es, etwas Eigenes und Persönliches zu entwickeln, das erzählerisch überzeugt. Die Klasse richtet sich an Interessierte mit guten zeichnerischen Grundkenntnissen, die sich mutig auf „Geisterjagd“ begeben wollen. Bei Interesse besteht die Möglichkeit zu einer Einführung in die Schabkartontechnik.

 

2010 - Grafisches Erzählen

Die Bildgeschichte ist mit ihrer Kombination aus Wort und Bild eine eigenständige Kunst- und Literaturgattung. Egal, ob als künstlerisch unterschätzter Comic oder gefeierte Graphic Novel: Ihre einzigartige Form bietet unzählige narrative Möglichkeiten. Der Meisterkurs will die Freiheit und die Freude am Erzählen in Bildern in den Vordergrund stellen und nicht so sehr das zeichnerische Talent. Jeder Strich, jeder Stil ist geeignet, eine gute Geschichte zu erzählen, eine eigene Welt zu erschaffen – die Werke von Wilhelm Busch bis Marjane Satrapi beweisen es. 

Am Anfang steht die Frage: Was will ich überhaupt erzählen, was inspiriert mich, wovon kann ich erzählen? Wie sehen die Bilder dieser Erzählung aus? Welche Bilder braucht meine Erzählung? Wie gehe ich mit einem Text um? Brauche ich überhaupt Worte? 

Ausgehend von einem kurzen Text (Auszug aus einem Lieblingsbuch, Gedicht, Songtext, Triviales, Literarisches etc.) oder einer Bildvorlage (Foto, Zeitungsausschnitt oder Zeichnung) entwickelt jeder Kursteilnehmer eine Bildgeschichte. Wichtig bei dieser Inspirationsquelle ist nur, dass sie das Potenzial einer Geschichte in sich birgt. 

Bei großem Interesse besteht die Möglichkeit zu einer Einführung in die Schabkartontechnik. Am Kursende soll mindestens eine Seite in der jeweils gewählten Technik als Reinzeichnung entstanden sein. Die Zahl der Teilnehmer ist auf zehn bis zwölf Personen begrenzt. 

Line Hoven

Geboren 1977 in Bonn | 1997–1999 Bühnen- und Kostümbildassistentin am Staatstheater Kassel | 1999–2001 Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel; Wechsel zur HAW Hamburg (Studium der Illustration bei Anke Feuchtenberger und Atak) | 2002 Anschluss an die Gruppe und das Magazin »Orang« | 2006 Abschluss des Studiums mit der Diplomarbeit »Liebe schaut weg« | seit 2006 Arbeit als freie Comiczeichnerin und Illustratorin in Hamburg | arbeitet fast ausschließlich mit Schabkartontechnik. 

Veröffentlichungen

Magazine und Anthologien, unter anderem in: Strapazin, Le Monde diplomatique, Panik Elektro, Orang, Missy Magazine, flitter | Bücher: »Klassenfahrt«, Hrsg. Atak, Reprodukt: Berlin 2005 | »Liebe schaut weg«, Reprodukt: Berlin 2007. 

Ausstellungen

2003 »no H2O«, Stadtbad Oderberger (2. Internationales Berliner Comicfestival), Berlin | 2005 »Klassenfahrt«, Internationales Comixfestival Luzern; »Mayflies – Young Illustrators in Germany« (AGI Congress), Kulturbrauerei Berlin | 2006 »Strapazin – Comics aus Hamburg«, Linda e.V., Hamburg; »New German Comic Storytellers«, Napoli Comicon, Neapel; »Neue Deutschsprachige Comicerzähler«, Comicsalon Erlangen; »Strapazin – Kindheit«, Linda e.V., Hamburg; Trienal de Milão, Mailand | 2007 »Liebe schaut weg« (Ausstellung und Buchpräsentation), Literaturhaus Hamburg; »Convulsive Illustration«, Market Gallery, Glasgow | 2008 »Kopfkino«, Kunsthaus Dresden; »In die Seele geritzt« (Auszüge aus »Liebe schaut weg«), Comicsalon Erlangen | 2009 Festival BD Bastia, Korsika; »Orang Magazin« Helsinki, Finnland; »German Comic Artists« Reykjavik, Island. 

Auszeichungen

ICOM-Preis 2008, Bester Independent Comic (für »Liebe schaut weg«) | Nominierung für den Max und Moritz-Preis 2008 | e.o.plauen Förderpreis 2010. 

Mehr über Line Hoven unter http://www.linehoven.de