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Gefragt: Britta Ankenbauer

27.04.2015 14:40 Uhr, Kategorie: Gefragt

Britta Ankenbauer

Britta Ankenbauer stellt die Meisterklasse Textilkunst unter die Überschrift "

Faszination des Unvollständigen. Eine Ahnung vom Ganzen". Es sollen

verschiedene Techniken und diverse Materialien genutzt werden, um mitgebrachte persönliche Fragmente und Fundstücke zu bearbeiten: Experimentelle Drucktechniken (Monoprint, Siebdruck, Paperlamination), freies Hand- oder Maschinensticken und andere Zugänge in Kombination. Seien Sie neugierig auf die Techniken, den Kunstsommer und Britta Ankenbauer:

 

1. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie für den 28. Schwäbischen Kunstsommer als Leiterin einer Meisterklasse angefragt wurden?

Oh!   Und:  „Ja!!“

Außerdem habe ich sofort gedacht, dass es fantastisch ist, an einem Ort zu arbeiten, an dem das Textile geschätzt wird und Raum bekommt. Das ist etwas ganz Besonderes.

 

2. Wo liegt für Sie der Reiz, beim Kunstsommeraktiv zu sein?

Menschen zu treffen, die begeistert sind und Ideen und Leidenschaft mitbringen. Weniger Techniken zu lehren als Prozesse und Inhalte zu erarbeiten.  

Machen… und erleben, was so entsteht. Der Blick über den Tellerrand in andere Gruppen.

Es reizt mich sehr, die „Jugend“ dieser Disziplin des Kunstsommers zu nutzen, es gibt noch wenig Vorlagen und Traditionen, keine großen Fußstapfen – oder besser, „Strickmuster“, denen  man zu folgen oder von denen man sich abzugrenzen hat. Das ist eine wunderbare Bewegungsfreiheit und kommt der Spontaneität entgegen. Das Ganze gepaart mit der Herausforderung, einem Anspruch im Rahmen der anderen Disziplinen  zu genügen.

Ich freue mich auch darauf, Orte bzw. Räume im Kloster für materielle und haptische Möglichkeiten auszuprobieren.

Außerdem habe ich schon mal im Frühjahr Irsee bei einer Woche Regen erlebt: Sommer und Sonne in dieser Umgebung reizt sehr!

 

3. Was gefällt Ihnen am besten an der Arbeit mit einer Gruppe?

Vielfalt. Eine Gruppe hat immer mehr zu bieten als Einzelne unabhängig voneinander.

Visueller und verbaler Austausch.

Arbeiten an einem gemeinsamen Thema mit jeweils individuellen Wegen.

Eine Gruppe bietet Impulse von außen (von den anderen) und gleichzeitig ist man bemüht, dabei das Eigene zu suchen, das Authentische nicht zu verlassen, um eines Gruppentrends wegen. Es ist ein Balanceakt. Ich bemühe mich, diesen Balanceakt aufmerksam wahrzunehmen und alle in der Gruppe entsprechend zu unterstützen.

 

4. Was kann man in Ihrer künstlerischen Disziplin gut lehren – und was nicht?

Im Prinzip sind textile Techniken wie Oberflächengestaltung, zeitgenössische Anwendung von traditionellen Techniken und materialspezifisches Arbeiten gut zu lehren, auch das Sehen und die gestalterischen Prinzipien kann man lehren.

Was man nicht lehren sondern nur unterstützen kann: die eigene Handschrift, die Sinnlichkeit, die bei der Arbeit rund ums Textile nötig ist,

die Leidenschaft und Ausdauer, die man benötigt, und das Gespür, was Werke und auch das verwendete Material „authentisch“ macht. Das ist eng mit der Persönlichkeit verbunden.

 

5. Worauf sollte man gefasst sein, wenn man mit Ihnen als Meisterin arbeitet?

Auf mehr Fragen als fertige Antworten. Verrückte und ungewöhnliche Ideen. Wertschätzung des Materials und der Tradition. Aber auch ein sehr freies Verständnis von Techniken. Experimente, Ausprobieren und die ständige Bereitschaft (oder Leidenschaft?) Zufälle und Unvorhergesehenes komplex zu verarbeiten.  Humor und Ausdauer. Anspruch. Dass ich jede/n dazu ermutige, Risiken einzugehen und die eigene Handschrift zu etablieren.

 

6. Was erwarten Sie von Irsee und der Sommerakademie?

Ich bin mir sicher, dass es eine Woche Intensität, Begegnung und Bewegungsfreiheit sein wird. Das ist keine Erwartung, ich habe das ja schon kennengelernt und freue mich drauf.


     

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